Italienische Baumeister und eigener Steinbruch

Das Harzkornmagazin ist der größte Barockbau in den Städten des Fachwerk5Ecks. Wenn es sich auch um einen Steinbau handelt: Das Harzkornmagazin zeigt innen und mit seinem Dachwerk meisterhafte Holzkonstruktionen der Barockzeit.

Da in den Bergbaustädten im Oberharz keine Landwirtschaft möglich war, wurde ein Nahrungsmittellager in der Nähe benötigt. Aufgrund der niedrigen Getreidepreise im Südharz und dem relativ unproblematischen Weg über das Lerbachtal in den Oberharz eignete sich dafür Osterode am Harz als Standort für das Kornmagazin und es wurden dafür mehrere Gärten vor der Stadtmauer aufgekauft.

Im Frühjahr 1720 begannen auf Veranlassung der kurhannoverschen Regierung die Bauarbeiten des Gebäudes mit Materialien und Handwerkern aus der Umgebung. Italienische Facharbeiter unterstützen beim Bau, da die heimischen Bauhandwerker keine Erfahrungen im Bau solcher großen und massiven Gebäude besaßen. Für das Schieferdach, welches in der roten Dachlandschaft Osterodes eine große Ausnahme bildet, musste ein eigener Steinbruch angelegt werden. Auf dem Gesims des imposanten Gebäudes kann man die lateinische Inschrift „Utilitati Hercyniae“ („Zum Nutzen des Harzes“) lesen, welche auf den Zweck des Gebäudes hindeutet. Nur zwei Jahre später wurde im Jahr 1722 das Kornmagazin fertiggestellt und bot auf 6.200 qm Nutzfläche Platz für bis zu 2.000 t Getreide.

Weil die Straßenverhältnisse zu der damaligen Zeit sehr schlecht waren, musste das Getreide mit Hilfe von Eseln in die Bergstädte transportiert werden. Die Eseltreiber, die sesshaft im Osteroder Amtsdorf Freiheit waren, wurden oft als „eigenartige Gesellen“ beschrieben, die zu Spott und Neckereien Anlass gaben. Nach dem Bau der Fahrstraße im Jahr 1851 über Lerbach nach Clausthal wurden die Esel nicht mehr zum Transport des Getreides benötigt und wurden nach und nach abgeschafft. Heute erinnern noch zwei Statuen, eine vor dem historischen Rathaus und eine im Ortsteil Freiheit, an die Zeit der Eseltreiber.

1911 endete die Funktion als Vorratslager und 1984 begann der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes zum Rathaus. Seit 1989 ist das Harzkornmagazin Sitz der Stadtverwaltung.

 

Tipp: Noch mehr spannende Infos zur städtebaulichen Entwicklung der Städte im Fachwerk5Eck gibt es in unserer Broschüre „Die historischen Stadtkerne im Fachwerk5Eck“ von Elmar Arnhold. Sie kann hier heruntergeladen werden oder auf Anfrage zugeschickt werden. Ebenfalls ist sie in allen Tourist-Informationen der fünf Städte erhältlich.

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