Das barocke Fachwerkgebäude mit der Adresse Bei der Oberkirche 3 in Duderstadt wurde 1767 als Knabenschule errichtet. Es trägt über dem Eingangsportal die lateinische Inschrift „HIC LEONES AMANT IVVENESQUE DOCENT“, was bedeutet: „Hier lieben die Löwen ihre Jugend und lehren sie“. Diese Löwen stammen aus dem Stadtwappen der Stadt Duderstadt.
Bis 1931 diente das Gebäude ausschließlich als Knabenschule. Als nach der Tausendjahrfeier Duderstadts im Jahr 1929 eine Ausstellung mit volkskundlichen Gegenständen aus dem Eichsfeld zusammengetragen wurde, entstand der Wunsch nach einer Heimatstube.
Doch dienten die Räume im und nach dem 2. Weltkrieg zunächst als Unterkunft für Geflüchtete.
Ab 1959 begannen neuerliche Ansätze der Gründung eines Heimatmuseums, das ab 1969 auf allen Etagen Exponate aus der Geschichte des Eichsfeldes zeigte. Darunter waren beispielsweise archäologische Funde und Kirchenkunst, eine Schuhmacher-Werkstatt, die Darstellung des Tabakanbaus im Eichsfeld und ein typisches Klassenzimmer, wie es zuvor in der Knabenschule zu sehen war.
Seit 2020 ist das Heimatmuseum, wegen anstehender Sanierungsarbeiten geschlossen.
Derzeit ist das Gebäude Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen, bei der verschiedene Sanierungstechniken erprobt und miteinander verglichen werden sollen. Mithilfe von Sensoren werden Daten gewonnen und ausgewertet.
