Hann. Münden wird bienenfreundliche Stadt

Der Rat der Stadt Münden hat 2018 beschlossen, dass Hann. Münden „Bienenfreundliche Stadt“ wird. Um diese vielseitige Aufgabe umzusetzen, ist die Initiative „Münden blüht und summt“ entstanden.
Hartmut Teichmann hierzu: „Wir wollen Impulse geben, damit sich Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge wieder in unserer Stadt wohlfühlen. Die u.a. durch extensive Landwirtschaft mit tonnenweise ausgebrachten Giften stark gefährdeten Wildbienen brauchen Oasen, in denen sie überleben können. Hierzu werden wir Blühflächen auf den Flussinseln Doktorwerder, Eselswerder, und Tanzwerder sowie in den Wallanlagen anlegen, die den Wildbienen von Frühjahr bis zum Herbst Pollen und Nektar liefern sollen. Zum anderen wollen wir aber auch geeignete Nisthilfen anbieten, im Volksmund oft als „Bienenhotels“ bezeichnet“.

Und hier entsteht die Verbindung zum Fachwerk: Geeignetes Ausgangsmaterial für fachgerecht ausgeführte Nisthilfen sind alte Eichenbalken. Versieht man diese mit Sackloch-Bohrungen von 4 – 9 mm, die senkrecht zur Faserrichtung erfolgen und stellt sie regengeschützt an einen sonnigen Standort, dann werden sie sehr schnell von Wildbienen zur Eiablage entdeckt. Die Bienen legen in den Nistgängen nicht nur ihre Eier ab, sondern auch Proviant für die Larven z.B. in Form von Blattläusen und Pollen. Dann verschließen sie nach jedem Ei den Gang sorgfältig mit Lehm. Auf diese Weise entstehen in einer 10 cm tiefen Bohrung bis zu zehn kleine Brutkammern, in denen der Nachwuchs sich in Ruhe entwickeln kann.

Zum Bau der Nisthilfen braucht „Münden blüht und summt“ alte Eichenbalken. Diese können ruhig deutlich angegammelt sein. Aus modrigen Balken werden die brauchbaren Teil herausgeschnitten. Und wenn wir brauchbare Balken mit etwa 1m Länge finden, dann werden diese nicht zersägt, sondern als kleine Kunstwerke gestaltet und an sonnigen Stellen aufgestellt.

Im Moment laufen Gespräche mit dem Künstler Reinhard Molke, der möglicherweise zum DenkmalKunst-Festival im Herbst künstlerisch gestaltete Nisthilfen unter den Augen der Besucher herstellen wird. Und hierzu suchen wir noch geeignete alte Eichenbalken.

Auf dem Foto (s.o.) ist eine interessante Fachwerk-Konstruktion (ca. 1m lang) aus dem Abriss eines baufälligen Nebengebäudes der Destille in Hann. Münden zu sehen. Dieses wird in seiner Form erhalten bleiben, weil es zugleich auch ein schönes Beispiel für die Konstruktion von Fachwerk mit Zapfen- und Keilverbindungen darstellt. Die ehrwürdigen Balken erhalten somit ein zweites Leben: Erst boten sie Lebensraum für Menschen, jetzt werden sie zu Kinderstuben für gefährdete Wildbienen.

Wer entsprechende Eichenbalken für die Wildbienen spenden will, kann sich bei Hartmut Teichmann (05541 33069 oder Teichmann-Hartmut@web.de) melden.

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