Im Rahmen des DenkmalKunstKunstDenkmal-Festivals 2017, wurden die Johannistorstraße 10 sowie der Johannistorplatz für ein internationales Jugendbauprojekt ausgewählt. Dieses Projekt ist mit seinem Charakter für Osterode am Harz und Südniedersachsen völlig einzigartig.
Parallel zu der Bespielung historischer Bauten in der Altstadt, findet hier ein kooperatives Bauprojekt mit einer Berufsschulklasse Holztechnik aus der südfranzösischen Gemeinde Beaucaire statt. Gemeinsam mit internationalen Jugendlichen, des zeitgleich stattfindenden IJGD-Workshops (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste), werden hier in dieser Zeit spannende Bauvorhaben umgesetzt (Jugendbauprojekt „FachwerkLabor – laboratoire pan de bois“).

Im Hauptgebäude Johannistorstraße 10 werden dazu behutsam – und in Vorbereitung auf die spätere Sanierung – erste Abbrucharbeiten durchgeführt. Experimentiert und entdeckt wird allerdings nicht allein durch diese Freilegungsarbeiten im/am historischen Bestandsgebäude. Zur gleichen Zeit wird auf dem Johannistorplatz ein kleines Fachwerkgebäude (ca. 5,00m x 4,50m x 5,30m) unter Anleitung des Berufsschullehrer Phil-Oliver Ross handwerklich neu konstruiert. Damit wird die Umsetzung der Fachwerkbauweise fachgerecht demonstriert. Das Forschen und Lernen an diesen beiden konkreten „Labor-Beispielen“ geschieht zugleich in der Öffentlichkeit und darf/soll von Passant*Innen erfahren werden können.

Mit diesem deutsch-französischen Kooperationsprojekt konnte die französische Berufsschule bereits den 1. Platz im Nationalen Wettbewerb „Hippocrènne“ gewinnen und bei der EU-Kommission persönlich entgegennehmen.

Das Projekt begann am 27. September mit der Einrichtung der Baustelle (Aufmaß der Grundfläche für das Fachwerkhaus, Maschinen heranschaffen, Aufbau des großen Pavillons etc.) Damit lief das Projekt noch vor dem Festival an. In den folgenden Tagen wurde im Fachwerklabor parallel gearbeitet (Abbruch am LENZ-Haus sowie Errichtung am kl. Fachwerkhaus). Die Lage der Baustelle an einem viel frequentierten Platz, verschaffte dem voranschreitenden Projekt große Aufmerksamkeit. Zahlreiche Passanten (und Zimmerer auf der Walz!) fragten nach dem Hintergrund des Projektes. Die Internationalität und Strahlkraft sowie die Beschäftigung mit dem kulturhistorischen Erbe wurden sehr positiv aufgefasst („Es bewegt sich etwas in OHA“). Am 4.10. filmte Sat.1 das Projekt. In Zusammenspiel mit der Verwaltung wurde das Projekt laufend begleitet und nachjustiert. Weitere Unterstützung erhielten die Jugendgruppen und das Projekt durch Spender (da capo – kulinarische Versorgung, Firma Buschhaus Floristik – Richtbaum, Getränke – Hölmen etc.)

Am Abend des 19.10. konnte Richtfest am Johannistorplatz gefeiert werden. Es waren rund 70 Personen aus Politik, Verwaltung und aktiver Bürgerschaft anwesend.

Nach dem Richtspruch, mit Dank von Phil-Oliver Ross, sowie dem traditionellen Zerschmettern eines gefüllten Glases Korn, wurde das Fachwerkhaus eingeweiht. Im Weiteren hielt Bürgermeister Becker eine Rede zur weitreichenden Bedeutung und immensen Strahlkraft des Projektes für OHA und Europa sowie die laufende Innenstadtsanierung. Das Projekt kann und soll der Auftakt zur Intensivierung einer weiteren Projektarbeit mit der franz. Berufsschule sein.

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