An den Einbecker Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert fallen die typischen Zierschnitzereien auf, die die Hausherren als Schmuckelemente anbringen ließen. Oft sind sie zusammen mit aufwendigen bürgerlichen Familienwappen zu sehen, die es bereits seit dem 14. Jahrhundert gab.

Man findet aber auch an einigen Häusern sogenannte „Hausmarken“, mit denen die Besitzer ihren Besitz kennzeichneten. Sie dienten also nicht zur Zier. Solche Marken finden sich auch auf anderen Gegenständen wie Handelswaren und dienten dazu, die Rechte des Besitzers daran zu verdeutlichen.

Hausmarken bestehen aus Linien und Kreuzen, die zu Figuren zusammengesetzt sind. Es ist allerdings selten, dass sich eine Hausmarke in einem Wappenschild wiederfindet, wie es bei Tiedexer Straße 42/44 der Fall ist. Dieses Braudielenhaus ist mit 1543 datiert, links über dem Torbogen erkennt man den Namen des Erbauers, rechts befindet sich ein Wappen mit Hausmarke. Neben dem Wappen ist, ebenfalls als Besonderheit in Einbeck, ein Fisch, farblich abgehoben, zu sehen. Der Name des Bauherrn ist nicht mehr eindeutig zu entziffern, da oft nach Freilegungen oder Restaurierungen die einzelnen Buchstaben nicht mehr eindeutig zu erkennen sind. So wird der Name als Hinrik Elbichen oder Eimmen gelesen. Wahrscheinlich sind Ober- und Unterlängen der Buchstaben durch spätere Nachbearbeitungen entfallen. Es lässt sich leider auch aus vorhandenen Urkunden kein Name aus Einbeck ableiten.

Der Fisch, der hier nicht für eine Zunft stehen kann, könnte entweder den christlichen Glauben des Hausherrn symbolisieren oder als Glückssymbol gedient haben, um den Wohlstand des Hauses zu sichern. Das Wappenschild besteht aus der schwarzen Hausmarke auf weißem Grund mit grünem Blattwerk am oberen Rand. Der rechte Rand ist in Rot gehalten.

Fazit: In Einbeck lohnt sich an den Fachwerkhäusern immer der Blick nach oben. Und es müssen nicht immer die spektakulären Zierschnitzereien sein, die auffallen, sondern es können auch die kleinen Details sein, die ganz besonders sind!

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