Prunkvoll, detailverliebt und voller Bewegung: So zeigt sich Fachwerk im Barock. Um 1700 wurde mit reichem Schmuck, kunstvollen Schnitzereien und dekorativen Verstrebungen gebaut, um zu beeindrucken.

Ein herausragendes Beispiel ist das „Wankesche Haus“ (1697) in Duderstadt. In markanter Ecklage an der Verbindung von Marktstraße und Steintor zieht es bis heute alle Blicke auf sich. Typische Merkmale für den Barock sind:

  • Reiche Schnitzereien mit Ranken, Blüten und pflanzlichem Blattwerk,
  • Balkenköpfe und konsoleartig gestaltete Knaggen,
  • Überkragende Obergeschosse und Dachtraufe,
  • Inschriften und klassische Zierelemente wie der Eierstab,
  • Konsolen aus Akanthusranken, teils mit individuell gestalteten Kopfplastiken,
  • Aufwendige Zierverstrebungen: Andreaskreuze, Rauten und geschweifte Formen.

Besonders spannend: Die dekorativen Verstrebungen zeigen Einflüsse, wie sie zeitgleich auch im thüringischen Fachwerk verbreitet waren und somit ein Zeichen für den kulturellen Austausch der Baukunst jener Zeit. Der Barock im Fachwerk war nicht nur reine Konstruktion, sondern Inszenierung, Handwerkskunst und Ausdruck von Wohlstand und Selbstbewusstsein.

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